Tanz der Giganten

Dunkles Zimmer
Steigende Lust
Steinerne Gier
Verzweifelter Frust
Wütender Stier

Tanzend durch die Nacht
Beißender Nebel
Sie still
Durch einen Knebel
Er will
Gewinnen diese Schlacht!

Bluten soll Absurdität
Komme, Zeit und Raum
Sie: Realität
Er: Traum

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Think groß

Träumen ist erlaubt, aber nicht zu viel
und bitte still für dich,
Dich austoben wagst du kaum,
früh weißt du dich zurückzuhalten,
den Mund zu halten,
nicht gleich volle Kanne durchzustarten
Spinnereien für dich selbst zu behalten.
Wo bleibt da das sich selbst entfalten?
Früh lernst du auf dem Boden zu bleiben,
es nicht zu bunt zu treiben
nicht abzuheben, Risiken nicht auszuleben.
Wünschen ist ja nicht verkehrt, aber in Maßen
und bitte nur mit Sinn,
Ausprobieren oftmals nicht begehrt,
früh lernst du immer mehr die Sicherheit zu lieben.
Wo bleibt da das sich selbst verbiegen?
Früh lernst du die Einfachheit zu erzielen,
nichts zu vertiefen, den Kopf nicht zu verlieren,
bescheiden zu bleiben,
Zeit bloß nicht zwecklos zu vertreiben.
Vielmehr sollst du kühn, erfolgreich
distanziert, durch kalkuliert dich geben,
Vernunft bringt einen weiter. Scheinbar.
Bewerben ist angesagt, aber geschickt
und bitte mit Struktur, so und nicht anders
will es unsere Kultur.

Doch wer sagt, dass du nur bis zum Rand malen,
du nicht größer, höher, schneller, stolzer denken darfst?
Wer sagt, dass du nur bei deinen Leisten bleiben,
du dich nicht besser, schöner, stärker, kreativer fühlen darfst?

Denn es sind diese Sternstunden in deinem Kopf,
die Erfüllung deiner Träume
und die Begierde nach dem Unmöglichen,
die dich zur Kirsche auf dem Sahnehäubchen machen.

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Junge, dreh mal ab

Ich steche mir in den Arm, ins Bein, male ein Kunstbild auf
meine Haut, unwiderruflich,
vielleicht bereue ich’s, vielleicht auch nicht – egal.
Für all das bleibt noch Zeit.
Tanzen wir, trinken wir, auf dich, auf mich,
auf alles, was uns nicht umbringt, uns vielmehr stark macht.
Pass auf, bald glaubst du selbst noch dran.
Ich spanne das Seil, laufe drauf, immer weiter
bis ich zu atmen vergesse, den Puls nicht mehr höre,
gebe alles aus, mach‘ was draus!
Ich reise, spaziere, flaniere gen Norden und Süden,
verliere mich in exotischen Länder, Frauen und Männer,
reite auf Wellen, rette ein Leben, auch mal zwei,
mein eigenes uninteressant, breche Herzen,
obwohl meins nicht ganz heil ist,
rauche, fluche, verfehle mein Ziel, welches überhaupt?
Ich verliere die Fassung, bin verknallt, verliebt, verheiratet.
Vielleicht nicht nur ein Mal.
Ich verrechne mich, mache so viele Fehlinvestitionen,
halte mich für den Retter aller Nationen,
Verantwortung, Pünktlichkeit, was soll ich damit?
Ertränke lieber meine Sorgen,
sieht alles besser aus am nächsten Morgen, denkste!
Doch zurück schauen keine Option, laufe weiter,
immer weiter ohne Limit, mit 200 auf der linken Spur,
vergebe und bereue nichts, kenne dich nicht, will dich nicht.
Die Schuhe abgetragen, der Weg halb gegangen.
Wollte immer mal ein Herz stehlen, hinter einer Frau her
flehen, schlendere durch dunkle Gassen,
prügele los, lache und weine,
verfluche Politik, verstehe selbst keinen Funken Kritik.
Liebe eine ganz besondere Frau und plötzlich nur noch mich.
Bunt wird der Tag, wird die Nacht auch
– bis zum Morgengrauen.
Ich erlebe alles und nichts. Sehe jeden und niemanden.
Betrüge, belüge, Sünden schleppe ich bückend mit.

Doch ich lebe einfach weiter, denn in meinem Kopf
die Worte, die mein Großvater einst aussprach:
Du musst frei sein Junge,
wie ein Wirbelwind, denn um alt und weise zu werden,
musst du erst jung und dumm sein.

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Freundschaftsstatus

Dieser eine Freund, den du mal gesehen,
vielleicht von damals noch gekannt,
erste Begegnung unbekannt, riskant,
wenn er ein Treffen dann initiiert,
irritiert aber auch etwas interessiert
lässt du dich ein, was aufleben lassen
könnt‘ ja spannend sein,
der aber irgendwie nur wenn es passt
dich auf Events einlädt, dort deine Erlebnisse
verrät, sie an die falschen weiterträgt,
der dich vertröstet mit einem Facebook-Link,
dir ab und an medial zuwinkt,
der deine Nachricht sicher liest,
und doch nicht fragt wie’s bei dem Meeting lief,
euer gemeinsamer Verlauf beweist,
der Reiz ist aufgebraucht.

Und dann ist da dieser eine Freund,
der irgendwie an deiner Seite steht,
dich unter Feinden niemals hintergeht
auf eine Antwort besteht,
weil er doch jedes Geheimnis
sicher aufbewahrt, aufhebt, versteht,
sich selbst auch die fatalsten Fehler eingesteht,
ihm keine Falte deiner Stirn entgeht,
und keins deiner Rituale blöd erscheint
weil Jahre oder Sandkörner euch vereint,
der Geplantes oft komplett verpennt,
aber immer einen wichtigen Grund bekennt,
dir nie was übel nimmt, dich glücklich stimmt,
auch unter Wut und Weinen noch weiß,
dass deine Worte nie so gemeint
euer gemeinsames Lachen beweist,
das Pferd wurd‘ schon längst geklaut.

Einen Rat gebe ich dir mit,
behalt die nähsten lieber im Blick,
denn immer dann, wenn eine Verbindung dir einseitig erscheint,
euch keine sinnvolle Gemeinsamkeit vereint,
als diese eine Mitgliedschaft,
merkst du vielleicht viel zu spät sie hielt nichts für dich bereit.

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Gefährlicher Wahn

Kaum einige Pfündchen zu viel
beginnt dieses böse Abnehmspiel
Diät, Low-carb oder Glyx wird Priorität
verändern die eigene Realität,
Wohlfühlen, Genießen, Schlemmen
keine Option, da hilft nur harte Kondition,
abgewogene Essensration,
strenger Plan und das neueste Fitnessritual,
kontrollierte Hungerqual.

In die ultra Skinny passen,
gezielt manche Mahlzeiten auslassen,
ins viel zu enge Kleidchen pressen,
erst am siebten Tag voll fressen,
Loch im Bauch mal mehr, mal weniger
ignorieren, motivieren will man und
lieber Heidi Klum kopieren,
Vitalität wollt man doch anstreben
nebenbei an der Running-App festkleben
und keinen medizinischen Rat annehmen.

Unwohl fühlt man sich bei jedem Blick
die Sportoutfits sind plötzlich schick,
jeder Sitz, jeder Gang muss sitzen,
vielleicht auch mal was weg spritzen,
Muskelaufbau, Magenstau, Magerfrau,
traumhaft, wenn man Knochen, Sehnen erkennt
bei jedem Lauf und jeder Bahn man flennt,
die Kalorienzufuhr genau einplant,
Kohlenhydrate und alles Süße verbannt,
bis nichts bleibt als die Wage zu verdammen.

Und sich selbst.

Doch hast du schon mal dran gedacht, niemand hat mit dir Zeit verbracht,
weil du dünn, kräftig, dick, sportlich, groß, rank oder schlank bist,
sondern weil du wunderbar erscheinst und einfach du dabei bleibst.
 

 

 

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Ganz einfach.

mal sympathisch, melodramatisch und romantisch, dann kompliziert, zynisch und sarkastisch, mal duselig, ungeduldig, unvernünftig, dann originell, individuell, spirituell, mal höflich, fröhlich, tröstlich, dann plötzlich düster, dreckig, dreist, mal exzentrisch, narzisstisch, idealistisch, dann impulsiv, kreativ und intensiv, mal arrogant, interessant, fulminant, dann wieder imposant, irrelevant und arrogant, imposant, aber entspannt dabei, tollpatschig, verdreht, verpeilt, mal störrisch wie ein Kind, dann auf einmal frei wie jeder Wirbelwind, mal zickig, nervig, zweideutig, träumerisch, idiotisch, pedantisch,
mal streitlustig, ne bitch – ups, das wollt ich nicht, eifersüchtig, tüchtig, flüchtig …
die Liste kann vielleicht noch endlos weitergehen, vielleicht ist sie nach einem Wort auch schon vorbei. wer weiß, wer weiß.

wenn du Glück hast, erwischt du mich an einem Tag, an dem passt es wunderbar,
wenn nicht, versuch’s ein anderes Mal, so oder so ist es mir egal. denn so bin nun einmal.

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Langsam stirbt

Langsam stirbt derjenige, der zum Sklaven seiner Gewohnheiten wird,
der nichts einfach mal wagt, nichts mehr aussagt,
nichts liest oder genießt, der einer Leidenschaft nicht traut,
sich einen Farbwechsel nicht zutraut und vor dem Fernseher einstaubt.

Langsam stirbt derjenige, der zum Objekt seiner Vergangenheit wird,
der nichts hinterfragt, nichts von sich offenbart,
nichts mitsingt oder erringt, der vor einer Liebe wegläuft,
sich in Negatives verläuft und jedes Abenteuer verscheucht.

Langsam stirbt derjenige, der zur Marionette der Medien wird,
der nichts akzeptiert, keine Seele mehr inspiriert,
nicht reist oder Lebensmut beweist, der sich vor einem Freund versteckt,
den Kopf in den Sand lieber steckt und alles Schöne vor sich verdeckt.

Du willst doch nicht jetzt schon sterben oder?

 

(inspiriert von Pablo Neruda)

 

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